Lawinensuchgerät

Lawinensuchgerät oder LVS-Geräte sind eine Klasse von aktiven Funkfunkgeräten, die mit 457 kHz arbeiten und sich darauf spezialisiert haben, unter Schnee vergrabene Personen oder Geräte zu finden. Wenn der Besitzer auf Skiabfahrt fährt, wird der Transceiver aktiviert und das Gerät sendet während der Fahrt ein gepulstes Signal mit niedriger Leistung. Nach einer Lawine und wenn der Halter des Transceivers sicher ist und selbst nicht von der Lawine erfasst wurde, kann er den Transceiver vom Sende- in den Empfangsmodus schalten, so dass er als Funkpeilgerät benutzt werden kann, um nach Signalen zu suchen, die von den Sendern anderer Skifahrer kommen, die sich in der Falle befinden. Eine 457 kHz Bake ist ein aktives Gerät, das Batterien benötigt. Ein Skianzug kann auch einen passiven RECCO-Transponder enthalten, der in die Kleidung eingenäht ist.

Frühe Lawinenverschüttetensuchgeräte mit 2,275 kHz (2275 Hz). 1986 wurde der internationale Frequenzstandard von 457 kHz angenommen, der heute noch immer Standard ist. Viele Unternehmen stellen Leuchttürme her, die dieser Norm entsprechen.

Ein Lawinenverschüttetensuchgerät gilt nicht als Präventivmaßnahme gegen eine mögliche Lawinenverschüttung, sondern als eine Möglichkeit, die Verschüttungszeit zu reduzieren.

Geschichte von Lawinensuchgeräten

1968 erfand Dr. John Lawton am Cornell Aeronautical Laboratory in Buffalo, New York, das erste effektive Lawinenverschüttetensuchgerät, das 1971 unter dem Markennamen "Skadi" (aus dem mythologischen Skaði) verkauft wurde. Dieses Gerät, das mit 2,275 kHz arbeitet, wandelte die Funkfrequenz in einen einfachen, für das menschliche Ohr hörbaren Ton um. Durch das Folgen des Tons, wo er am lautesten war, konnte der Leuchtturmoperator die vergrabene Bake mithilfe einer Rasterfahndungstechnik lokalisieren.

1986 übernahm IKAR die Frequenz 457 kHz. 1996 übernahm ASTM den Standard 457 kHz.

Nachfolgend sind die derzeit international anerkannten Standards für Lawinensuchgeräte mit 457 kHz Frequenz aufgeführt.

Nachdem die Frequenz 457 kHz zu einem internationalen Standard geworden war und die Probleme der Reichweite diskutiert und analysiert worden waren, interessierte sich jeder für die einfache Handhabung. Mit einer neuen Generation von auf dem Markt existierenden vollautomatischen Geräten, die einen Mikroprozessor enthalten, der die Signale oder Impulse der Bake analysierte, um Richtung und Entfernung des Opfers zu bestimmen, wurde ein neues digitales Zeitalter geboren. 1997 wurde auf der Winter Outdoor Retailer Show von Backcountry Access unter dem Markennamen "Tracker"die erste digitale Bake vorgestellt. Der Tracker DTS wurde schnell zum meistverwendeten Leuchtturm in Nordamerika und wird auch heute noch von vielen Backcountry-Enthusiasten verkauft und genutzt. Heute haben die Verbraucher eine große Auswahl an digitalen Leuchttürmen von Unternehmen wie Ortovox, Arva, Pieps, Mammut und Backcountry Access. Obwohl die Leuchtturmtechnologie ständig weiterentwickelt und verbessert wird, bleibt das Üben und Vertrautsein mit dem Leuchtturm der wichtigste Aspekt, um rechtzeitig Rettungen durchzuführen und Lawinenopfer zu verhindern.

Typen von LVS-Geräten

Es gibt zwei Arten von LVS-Geräten: digital und analog. Sie entsprechen beide dem oben beschriebenen internationalen Standard und unterscheiden sich nur in der Art und Weise bzw. den Methoden, die verwendet werden, um dem Benutzer anzuzeigen, wo sich die vergrabene Bake befindet. Die meisten derzeit verkauften Leuchttürme sind digital, da sie einfacher zu bedienen sind und höhere Rückgewinnungsraten aufweisen.

Analog

Das ursprüngliche Lawinenverschüttetensuchgerät war ein analoges Signal, das dem Benutzer das gepulste Signal als akustischen Ton übertrug. Der Ton wird lauter, wenn der Benutzer näher am Sender ist. Diese Baken sind außerdem mit LEDs ergänzt worden, die eine visuelle Anzeige der Signalstärke ermöglichen, und mit Ohrhörern, um die Fähigkeit des Zuhörers, den Ton zu hören, zu erhöhen.

Digital

Digitale Transceiver nehmen die Stärke des Signals und des ausgesendeten Dipolfluxmusters auf und berechnen Entfernung und Richtung zum vergrabenen Transceiver. Zur Berechnung des emittierten Dipolfluxmusters muss ein digitaler Transceiver mindestens zwei Antennen besitzen, obwohl die meisten modernen Transceiver drei besitzen. Die digitalen Kennleuchten zeigen dann die Richtung zur Bake des Opfers als Pfeil auf dem Display an und liefern Audio Cues wie z. B. unterschiedliche Tonhöhe oder Frequenz. Die meisten Baken mit niedriger bis mittlerer Reichweite haben einen segmentierten Pfeil, der nur in fünf bis acht Vorwärtsrichtungen zeigen kann und eine' U-Turn' -Anzeige anzeigt, wenn der Benutzer vom Opfer wegfährt. Höhere Beacons wie Mammut® Pulse Barryvox und Arva® Link sind mit einem digitalen Kompass und einem frei fließenden Pfeil ausgestattet, was eine genauere Peilung und sogar eine Drehrichtung ermöglicht, um die Richtung zwischen den Impulsen der Sende-Beacon aufrechtzuerhalten (eine Eigenschaft, die ohne digitalen Kompass oder einen hochentwickelten Beschleunigungssensor nicht möglich ist). Darüber hinaus können viele übergeordnete Kennleuchten auf die Opfer 360° hinweisen, auch hinter dem Benutzer, wenn er sich in die falsche Richtung bewegt. Viele digitale Kennleuchten können auch im analogen Modus für fortgeschrittene Retter verwendet werden oder um die Empfangsreichweite zu erhöhen.